19.07.2010
Geothermie wird immer wichtiger
Erneuerbare Energien, inklusive der Erdwärme, gewinnen für die Energieversorgung zunehmend an Bedeutung. Die Erdwärme (Geothermie) ist weltweit neben der Wasserkraft- und Biomassenutzung die bedeutendste regenerative Energiequelle. Ein wesentlicher Vorteil der geothermischen Energie ist deren Verfügbarkeit unabhängig von Tageszeiten und Witterungsbedingungen. In Deutschland existieren zur Zeit (2008) ca. 162 zentrale Geothermieanlagen, die überwiegend der Fernwärmeversorgung und als Thermalbäder dienen. Große geothermische Anlagen befinden sich in Deutschland vorwiegend im Raum München, im Süddeutschen Molassebecken (z.B. Unterschleißheim, Pullach). Seit 2003 wird im Kraftwerk Neustadt-Glewe demonstriert, dass die geothermische Stromerzeugung auch in Deutschland möglich ist. In Landau (Pfalz) wurde 2007 das erste Geothermiekraftwerk Deutschlands in Betrieb genommen, wo die Stromproduktion aus Erdwärme primäres Ziel ist.
Wesentlich zur Entwicklung der tiefen Geothermie trägt eine Studie über das geothermische Potenzial in Deutschland bei, die 2003 durch das Büro für Technikfolgenabschätzung des deutschen Bundestages herausgegeben wurde (TAB Studie). An dieser Studie wirkte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durch die Bewertung des tiefen Untergrundes maßgeblich mit.
Eine Kernaufgabe bei der Entwicklung der tiefen Geothermie besteht darin, Fließwege im tiefen Untergrund künstlich zu schaffen beziehungsweise zu verbessern. Bei der hydraulischen Risserzeugung wird Wasser mit hohem Druck in den Untergrund gepresst. Dadurch werden künstlich Risse im Gestein erzeugt und natürlich vorhandene Risse erweitert. Anschließend kann über diese Risse Wasser zirkuliert werden und damit Energie gewonnen werden (Hot-Dry-Rock-Konzept).
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe